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Atomstrom: Licht an oder Licht aus im Atomkraftwerk?

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Eigentlich ist es ganz einfach: Man schießt ein Neutron auf ein schweres Uran- oder Plutonium-Isotop. Der Atomkern des Isotops nimmt das Neutron auf, gerät dadurch energetisch aus dem Gleichgewicht und zerfällt in leichtere Atomkerne. Dadurch wird Energie frei – und 2 bis 3 weitere Neutronen. Die Energie lässt sich zur Stromgewinnung verwenden. Die Neutronen lösen eine Kettenreaktion aus, die andere Uran- oder Plutonium-Isotope spalten und somit noch mehr Energie freisetzen. Ihr seht, was in so einem Atomkraftwerk passiert, ist gar nicht so kompliziert. Warum also der ganze Trubel um Atomstrom?


Vor allem aus zwei Gründen steht Atomstrom bereits seit Jahrzehnten in der Kritik: „Atommüll“ und „Tschernobyl“. Im Umgang mit radioaktiven Materialien (wie z. B. Uran) entsteht radioaktiver Abfall: Schutt aus Uran-Gruben, Spritzen und Handschuhe aus der Nuklear-Medizin und eben auch Brennstäbe, Werkzeuge und Bau-Abfälle aus Atomkraftwerken. Der verstrahlte Müll muss zum Teil über Jahrtausende sicher gelagert werden. Schlimmer als das Problem der Endlagerung ist aber eine Kernschmelze. So geschehen 1986 in der Ukraine – im Block 4 des Atomkraftwerks in Tschernobyl.


Bis heute sind die Folgen der Kernschmelze spürbar. Weite Gebiete um Tschernobyl sind immer noch radioaktiv verseucht. Aber nicht nur in der Ukraine: Die radioaktive Wolke hat sich über ganz Europa ausgebreitet und sorgt auch heute noch dafür, dass Pilze, Wildtiere und Waldbeeren – unter anderem im Süden Deutschlands – radioaktiv belasteter sind, als es laut dem EU-Grenzwert gesund wäre. Eine entscheidende Konsequenz daraus: die bis heute anhaltende Diskussion um den Nutzen und die Sicherheit von Atomstrom.


Auf der einen Seite stehen die Gefahren und Befürchtungen der Menschen, auf der anderen der wachsende Bedarf an schneller und verhältnismäßig „sauberer“ Energie. In Deutschland wurde der „Atom-Ausstieg“ zunächst für 2022 beschlossen und soll jetzt um 10 bis 15 Jahre verschoben werden. Dadurch wird die Energieversorgung der Bevölkerung gesichert, meint die Bundesregierung. Was meint ihr? Auch wenn die Reaktoren immer sicherer werden, was ist mit der Gefahr durch Terroranschläge auf Atomkraftwerke? Auch Uran geht uns als Rohstoff bald aus. Was dann? Und wärt ihr bereit viel mehr für Öko-Strom zu zahlen, wenn dafür alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden?


Bildquelle: © velomobil / PIXELIO

 
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